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RA Frank im Interview mit DPA: Liechtensteinische Stiftung oft ein gutes Mittel zur Vermögensnachfolgeplanung

23.02.2008

Anwalt: Liechtensteinische Stiftungen für Vermögenserhalt attraktiv

 

Stiftungen in Liechtenstein bleiben nach Einschätzung von Experten auch künftig attraktiv, um ein Familienvermögen zu sichern und zu erhalten. "Es geht bei der Einrichtung einer liechtensteinischen Stiftung in der Regel nicht darum, Zinseinkünfte aus Kapitalanlagen vor dem Fiskus zu verbergen", sagte der Wirtschaftsanwalt und Erbrechtsexperte Jan-Hendrik Frank der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Vielmehr diene die Stiftung dazu, das Vermögen über Generationen zu verstetigen. "Eine Familienstiftung nach deutschem Recht ist dagegen steuerlich so unattraktiv, dass man sie meist nicht empfehlen kann."

Wenn eine liechtensteinische Stiftung verselbstständigt werde, verliere der Stifter den Einfluss auf die Stiftung und könne nicht mehr über das Kapital bestimmen. Vielmehr sei die Stiftung eine eigene Rechtspersönlichkeit und folge ihrem festgelegten Stiftungszweck, erklärte der Experte. Daher falle beim Tod des Stifters auch keine Erbschaftsteuer an, weil ja kein Vermögen vererbt werde - die Stiftung existiere praktisch unendlich weiter. Sie müsse als Stiftung Kapitalerträge nur gering versteuern. Sollten allerdings Ausschüttungen aus den Stiftungserträgen an den Stifter oder seine Angehörigen geleistet werden, so müssten diese ihre Einkünfte selbstverständlich versteuern, um sich legal zu verhalten.

Ein anderes Modell sei die "abhängige Stiftung", bei der ein Stifter seinen Einfluss und Zugriff auf das Kapital behalte. Sie werde allerdings vom deutschen Fiskus behandelt wie ein Konto; folglich löst sie auch Erbschaftssteuer aus. "Wegen der relativ hohen Gründungs- und Verwaltungskosten lohnt sich eine liechtensteinische Stiftung erst bei einem Kapital von mindestens einer Million Euro", sagte Frank. Er sehe mit Besorgnis, dass zur Zeit Schweizer Banken aktiv Werbung für liechtensteinische Stiftungen machten, um die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge ab Beginn des kommenden Jahres zu vermeiden. Dagegen könne es helfen, wenn die Anonymität der liechtensteinischen Stiftungen gelockert werde, um mehr Transparenz zu schaffen.

Gespräch: Eckart Gienke, dpa

 

Quelle: DPA Mitteilung vom 23.02.2008