EU Komission fordert Spanien auf, die diskriminierende Besteurung Nichtresidenter zu beenden
16.10.2008
Die Europäische Kommission hat Spanien förmlich aufgefordert, seine Steuervorschriften zu ändern, wonach Gebietsfremde ihr Bruttoeinkommen zu versteuern haben, Gebietsansässige dagegen nur ihr Nettoeinkommen. Die Kommission hält diese Bestimmungen für nicht mit dem EG-Vertrag vereinbar, in dem die Freizügigkeit von Personen einschließlich der Arbeitnehmer, die Dienstleistungsfreiheit und der freie Kapitalverkehr garantiert werden. Die Aufforderung erfolgte in Form einer mit Gründen
versehenen Stellungnahme (zweiter Schritt des Vertragsverletzungsverfahrens gemäß Artikel 226 EG-Vertrag). Erhält die
Kommission auf diese Stellungnahme binnen zwei Monaten keine zufriedenstellende Antwort, kann sie den Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften anrufen. Nach den derzeitigen spanischen Bestimmungen werden in Spanien tätige
Gebietsfremde ohne Betriebsstätte in Spanien auf der Grundlage ihres Bruttoeinkommens, d.h. ohne Abzug der Kosten, Gebietsansässige jedoch nur auf Basis ihres Nettoeinkommens besteuert.
In Bezug auf Veräußerungsgewinne sieht die spanische Gesetzgebung vor, dass die
Vorschriften für Gebietsansässige in der Regel auch auf Gebietsfremde anzuwenden
sind. Allerdings sind die Veräußerungsgewinne in Spanien tätiger Gebietsfremder
ohne Betriebsstätte in Spanien in bestimmten Fällen steuerpflichtig, während die
Veräußerungsgewinne gebietsansässiger Steuerzahler nicht zu versteuern sind.
Die Kommission vertritt die Auffassung, dass diese Bestimmungen die Freizügigkeit
von Personen einschließlich der Arbeitnehmer, die Dienstleistungsfreiheit und den
freien Kapitalverkehr einschränken und dass Spanien deshalb gegen seine
Verpflichtungen aus den Artikeln 39, 49 und 56 des EG-Vertrags und den
entsprechenden Artikeln des EWR-Abkommens verstößt. Die Kommission stützt
ihre Rechtsauffassung insbesondere auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes
in der Rechtssache
Bei der Kommission wird dieser Fall unter dem Aktenzeichen 2007/4129 geführt.
Asscher1.
Quelle: Pressemitteilung EU - Komission IP/08/1533