Englisches Erbrecht - Pflichteil?

Das Erbrecht von England und Walse wird vom Grundsatz der Testierfreiheit beherrscht und kennt keinen Opens internal link in current windowPflichtteil i.S.v. des deutschen Erbrechts (anders: Schottland!).

 

Nach dem “Inheritance (Provision for Family and Dependants) Act 1975” können bestimmte Personen aber Zahlungen aus dem Nachlass verlangen, wenn der in England & Wales domizilierte Erblassers diese Personen nicht angemessen („reasonable“) bedacht hat.  

Folgende Personen sind berechtigt:

 (a) der überlebende Ehegatte

(b) ein ehemaliger Ehegatte des Erblassers, sofern letzterer nicht erneut geheiratet hat.

(c) ein Kind des Erblassers;

(d) jede Person (die kein Kind des Erblassers ist), welche, in einer Ehe des Erblassers als Kind behandelt wurde.

(e) jede Person (welche nicht in den vorgehenden Abschnitten behandelt wurde) welche unmittelbar vor dem Tod ganz oder teilweise von dem Erblasser Unterhalt erhalten hat.

Der Antrag ist im Grundsatz binnen 6 Monaten nach Beginn der Nachlassverwaltung zu stellen.

Das Gericht kann periodische oder einmalige Zahlungen anordnen. Die Höhe richtet sich nach dem konkreten Einzelfall.

Lange Zeit bestand Einigkeit, dass Erwachsene arbeitsfähige Kinder keinen Anspruch haben. In jüngerer Zeit gab es allerdings einige Entscheidungen, in denen Zahlungen auch erwachsenen Kindern angeordnet wurden.

Der überlebende Ehegatte wird in aller Regel periodische Zahlungen verlangen können. Der überlebende Ehegatte hat außerdem unter Umständen Ansprüche am ehelichen Vermögen kraft Ehe.  

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur der ersten Information und stellt keine Rechtsberatung dar, da diese nur unter Berücksichtigung aller Umstände des konkreten Einzelfalls möglich ist. Für Aktualität und Richtigkeit übernehmen wir keine Gewähr.

  

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2009 © Jan-Hendrik Frank (Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht)