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Erbrecht der USA


Die Anwälte von WF International beraten umfassend im deutsch-amerikanischen Erbfällen.

 

Leistungen im deutsch-amerikanischen Erbrecht

Die Leistungen der Anwälte umfassen insbesondere Folgendes: 

 

Nachlassabwicklung in den USA 

Nach dem Tod werden wir umfassend tätig. Unsere Leistungen umfassen insbesondere 

  • die Suche nach Erben (heir tracing) und Testamenten (will search),
  • Beratung des Nachlassabwickler (personal representative, executor),
  • Vorbereitung des Antrag auf Erteilung des "US-Erbscheins" (letters of administration, letters testamentary, probate),
  • Verwaltung des Nachlasses (adminstration), einschließlich erstellen von Nachlassverzeichnis (estate inventory), Gläubigeraufruf, Zahlung der Nachlassverbindlichkeiten, Erklärung von Steuern,  
  • Verteilung des Nachlasses (distribution) und
  • Abwicklung von Konten, Versicherungen und Rentensparkonten (401K / IRA) in den USA

Vertretung der Erben gegenüber dem Nachlassabwickler

Oftmals wird auch gewünscht, dass wir die Korrespondenz mit dem Nachlassabwickler in den USA tätigen und die Rechte der Begünstigten wahren, z.B. 

  • Recht auf Vorlage eines Nachlassverzeichnisses (estate inventory),
  • ordnungsgemäße Rechenschaft (Accounting),
  • keine überhöhten Zahlungen aus dem Nachlass (insbesodere keine überhöhten Vergütungansprüche oder Kosten),
  • Geltendmachung und Durchsetzung des Anspruches auf Auskehrung des Nachlasses bzw. Verteilungsanteils gegen den Nachlassabwickler,
  • Entlassung des Nachlassabwicklers,
  • Durchsetzung eines Unterlassungsanspruchs gegen den Nachlassabwickler (z.B. Verkauf von Grundstücken) und
  • Geltendmachung von Schadenersatzanspruch gegen Nachlassabwickler.

Erbrechtliche Klagen in den USA

Zusammen mit unseren US-Partnern setzen wir Ansprüche unserer Mandanten auch streitig durch, z.B. 

  • Anfechtung des Testaments (will contest), z.B. wegen Testierunfähigkeit oder Täuschung/Drohung (undue influence)
  • Geltendmachung des Pflichtteils (forced heirship)
  • Klage auf Zahlung aus den Nachlass

Nachlassplanung bei Vermögen in den USA

  • Gestaltung von Testamente bei Bezügen zu den USA (z.B. gesondertes Testament für die USA),
  • Überprüfung bestehender Testamente,
  • Umfassende Vermögensnachfolgeplanung (Estate Planning), auch unter Verwendung von Trusts und Gesellschaften,
  • Testamentsersatzgeschäfte, z.B. Bankkonten mit Begünstigungen auf den Tod,
  • Beratung betreffend US-Nachlassteuer (Federal Estate Tax), Steuern der Bundestaaten und Doppelbesteuerung
  • Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuung

Deutsche Erbschaftsteuer bei Bezügen zur USA

  • Erklärung der deutschen Erbschaftsteuer bei Zahlungen von US-Trusts an Begünstigte in Deutschland
  • Erklärung der deutschen Erbschaftsteuer bei Vermögen in den USA
  • Gutachten zur Besteuerung

Vertretung in deutschen Gerichten bei Anwendbarkeit von US-Erbrecht

  • Prüfung des anwendbaren Erbrechts
  • Gutachten zum US-Erbrecht für deutsche Gerichte
  • Vorbereitung von Erbscheinanträgen bei Anwendbarkeit von US-Erbrecht
  • Vorbereitung eines Antrags auf Erteilung eines Testamentsvollstreckerzeugnisses bei Anwendbarkeit des Erbrechts der USA. 

 

Weitere Informationen zum deutsch-amerikanischen Erbrecht

 

Fragen und Antworten zum deutsch-amerikanischen Erbrecht

Nachfolgend werden die uns am öftesten gestellten Fragen zum Thema Erben und Vererben in USA beantwortet.


Gibt es ein „amerikanisches Erbrecht?

Ein "amerikanisches oder US Erbrecht" gibt es streng genommen nicht. Vielmehr hat jeder US-Bundesstaat sein eigenes Erbrecht. Dieses unterscheidet sich oftmals deutlich.


Welches Erbrecht ist anzuwenden?

Welches Erbrecht anzuwenden ist, entscheidet sich nach dem nationalen „internationalen Privatrecht“, kurz IPR, eines Staates. Staatsvertragliche Regelungen fehlen zwischen Deutschland und den USA. Daher kann es sein, dass Gerichte der USA anderes Recht anwenden als deutsche Gerichte. US-Gerichte wenden im Hinblick auf Immobilien immer das Recht des Lageortes an. Für bewegliche Sachen gilt aus der Sicht von US-Gerichten das Recht des letzten Domicile des Erblassers. War der Erblasser US-Amerikaner und hatte er sein Domicile in Deutschland wenden US-Gerichte allerdings US-Erbrecht (bzw. das Erbrecht des betreffenden US-Bundestaates an) an. Aus deutscher Sicht ist hingegen die Staatsangehörigkeit des Erblassers maßgebend. Allerdings vererben sich auch aus deutscher Sicht in USA belegene Immobilien nach US Erbrecht.

 

Wird ein deutsches Testament in USA anerkannt?

Im Grundsatz ist ein Testament in USA als Zwei - Zeugen Testament zu errichten. Manche US-Bundestaaten erkennen aber auch handschriftliche Testamente ohne Zeugenvermerk an. Notarielle Testamente ohne Zeugenvermerk sind aus der Sicht der USA unwirksam, soweit US-Erbrecht anzuwenden ist und ein Zeugenvermerk fehlt.


Was ist ein Executor oder Administrator?

Exectuor und Administrator sind gerichtlich bestellte bzw. bestätigter „Nachlassverwalter“.


Was sind die Aufgaben des Nachlassverwalters in USA?

Die Aufgaben des Nachlassverwalters in den USA umfassen die Sicherung des Nachlasses, die Verwaltung des Nachlasses und die Verteilung des Nachlasses. 

 
Wie erhalte ich einen Erbschein in den USA?

Einen Erbschein gibt es in den USA nicht. Vielmehr wird auf Antrag dem Nachlassverwalter ein Zeugnis über seine Rechte (Grant of probate bzw. Letters of Administration) ausgestellt.


Wie lange dauert die Nachlassabwicklung in den USA?

Wie lange die Nachlassabwicklung in USA dauert, hängt natürlich sehr davon ab, ob die notwendigen Informationen vorliegen. Auch in einfachen Fällen muss man aber mit einer Verfahrensdauer von mindestens 1 Jahr rechnen.


Wie viel erhalte ich von der Erbschaft?

Wer wie viel von der Erbschaft erhält, bestimmt vorrangig das Testament. Gibt es kein Testament, wird die Verteilung nach der sog. gesetzlichen Erbfolge bestimmt. Dabei ist zunächst zu klären, welches Recht anzuwenden ist. Dies ist wichtig, da die gesetzliche Erbfolge nach dem Recht der einzelnen US-Bundestaaten zum Teil deutlich unterscheidet.  

Gibt es ein Pflichtteilsrecht in den USA?

Das Erbrecht in den USA wird vom Grundsatz der Testierfreiheit beherrscht und kennt keinen Pflichtteil i.S.v. des deutschen Erbrechts. Werden Kinder und Ehegatte im Testament nicht bedacht, so müssen Sie – auch wenn das Testament wirksam ist und nicht angefochten werden kann - aber nicht unbedingt leer ausgehen. So kann der Ehegatten z.B. nach dem Recht von Florida den Wahlteil („elective share“) verlangen. Zu beachten sind auch güterrechtliche Ansprüche in den „Community Property Staaten“. 


Was ist Joint Tenancy?

Bei der Joint tenancy sind 2 oder mehr Personen Berechtigte an einen Gegenstand (z.B. Konto oder Immobilie) zur gesamten Hand. Stirbt einer der Berechtigten, erwirbt der Überlebende das alleinige Recht. Eine Nachlassverwaltung findet insoweit nicht statt. Auskünfte des Nachlassverwalters erfassen daher derartiges Vermögen regelmäßig nicht.

 

Was ist ein Trust?

Ein Trust ist ein treuhänderisches Rechtsverhältnis, bei dem der Errichter bestimmte Güter auf einen Treuhänder überträgt, der die Güter für den Begünstigten verwaltet. Der Errichtende wird als „Trustor“ (auch: „Settlor“, „Grantor“ oder „Creator“), der treuhänderische Verwalter als „Trustee“ und der letztlich Begünstigte als „Beneficiary“ bezeichnet. Ein Trust kann zu Lebzeiten („Living Trust“) oder auf den Todesfall errichtet werden („Testamentary Trust“). Er kann widerruflich („revocable“) oder unwiderruflich („irrevocable“) sein. Der Trustor kann dem Trustee feste Vorgaben im Hinblick auf die Verwendung des Trust – Vermögens machen („strict trust“) oder ihm freie Hand geben („discretionary trust“)


Gibt es eine Erbschaftsteuer in USA?

Die „Federal Estate Tax“ besteuert den ungeteilten Nachlass. Sie wird daher als Nachlasssteuer und nicht als Erbschaftssteuer bezeichnet.

 

Wie hoch ist der Freibetrag?

Der allgemeine Freibetrag beträgt bis zum Jahresende 2012 USD 5 Million. Zum Jahresanfang 2013 könnte der Freibetrag auf USD 1 Million sinken. War der Erblasser kein US-Staatsangehöriger und hatte er keinen dauerhaften Aufenthalt in den USA, beträgt der Freibetrag nur USD 60.000,--. Allerdings gehen im Verhältnis zu Deutschland die Bestimmungen des Doppelbesteuerungsabkommens vor. Der Höchststeuersatz beträgt 2012 35 %, kann aber 2013 auf 55 % steigen.

 

Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen und wird hierdurch die Doppelbesteuerung vermieden?

Deutschland und die USA haben für die Erbschaftsteuer ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, welches in der Regel eine echte Doppelbesteuerung vermeidet. Diese wird in der Regel durch Anrechnung vermieden. Im Ergebnis zahlt man also die höhere Steuer. Probleme gibt es oft bei der Besteuerung über einen Trust.