Internationales Erbrecht (IPR) - USA

Ein "amerikanisches oder US Erbrecht" gibt es streng genommen nicht. Vielmehr hat jeder Bundesstaat sein eigenes Erbrecht. Dieses unterscheidet sich oftmals deutlich. Grundsätzlich einheitlich sind hingegen die Regeln, welche bestimmen, welches Recht anzuwenden ist, das sog. „Kollisionsrecht“ oder „internationale Privatrecht“. Danach unterscheiden Gerichte in den USA bei der Bestimmung des anzuwendenden Erbrechts zwischen beweglichem Vermögen (z.B. Bankkonto) und unbeweglichen Vermögen (z.B. Haus).

 

Bei unbeweglichem Vermögen entscheidet nach amerikanischem internationalen Privatrecht, wo der Erblasser sein „domicile“ hatte. 

 

Beispiel

Friedrich Klug, deutscher Staatsbürger, letzter Wohnsitz und letztes domicile in Los Angeles (Kalifornien), vererbt ein Wertpapierdepot,  welches bei einer Bank in Los Angeles geführt wird und ein Kontokurrentkonto in Berlin (Deutschland). Ein Gericht in Kalifornien wendet im Hinblick auf beide Konten das Erbrecht von Kalifornien an. Hingegen würde ein deutsches Gericht deutsches Erbrecht anwenden!

 

Somit kommt es oftmals zu einer „Nachlassspaltung“, d.h. für einen Teil des Nachlasses ist deutsches und für einen anderen Teil dem Erbrecht von Kalifornien anwendbar.

 

Bei unbewegliches Vermögen nach dem Recht des Lageortes vererbt.

 

Beispiel

Friedrich Klug, deutscher Staatsbürger, ist bei seinem Tod Eigentümer eines Hauses in Los Angeles (Kalifornien). Sowohl deutsche als auch das Gericht von Kalifornien wenden das Erbrecht von Kalifornien an. Auf den Wohnsitz / domicile kommt es nicht an. Vererbt Herr Klug außerdem noch ein Grunstück in Berlin wird dieses nach übereinstimmenden Verständnis beider Juridiktionen nach deutschem Erbrecht vererbt. Auf den Wohnsitz / domicile kommt es nicht an. 

 

Weitere Informationen zum amerikanischen Erbrecht finden Sie Opens internal link in current windowhier.

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur der ersten Information und stellt keine Rechtsberatung dar, da diese nur unter Berücksichtigung aller Umstände des konkreten Einzelfalls möglich ist. Für Aktualität und Richtigkeit übernehmen wir keine Gewähr.

  

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2009 © Jan-Hendrik Frank (Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht)