US-Erbschaftsteuer - FAQ

Der Beitrag gibt eine Einführung zur US Erbschaftsteuer (Federal Estate Tax) in Frage & Antwort. 

 

Was besteuert die US-Erbschaftsteuer?

„US Erbschaftsteuer“ besteuert den Vermögensübergang beim Tod einer Person unter Berücksichtigung aller Schenkungen. Es wird also nicht wie bei der deutschen Erbschaftsteuer der Erwerb jedes Begünstigten (z.B. Erben oder Vermächtnisnehmer) besteuert. 

 

Wer muss die Erbschaftsteuer der USA zahlen?

US-Erbschaftsteuer ist immer dann zu zahlen, wenn der Erblasser US – Staatsbürger („citizen“) war. US-Erbschaftsteuer ist allerdings auch zu zahlen, wenn der Erblasser Ausländers („aliens“) war,d er seinen  Wohnsitz („residence“) in den USA hatte. 

 

Wann hat eine Person einen Wohnsitz in den USA?

Unter einem „Wohnsitz“ im Sinne der Federal Estate Tax ist ein Domizil in einem der 50 Bundestaaten der USA oder dem District of Columbia zu verstehen. Eine Person erwirbt ein Domizil in diesem Sinne, wenn sie an einem Ort mit der Absicht- und sei es auch nur kurzzeitig - lebt, ohne eine klaren Willen zu haben, später zurück zu kehren. Alleine der Wohnsitz ohne Erfüllung der Voraussetzung des Willens für eine unbestimmte Zeit zu verweilen genügt nicht. Ebenso berührt der Rückkehrwille allein nicht ein einmal begründetes Domizil. Die Absicht, am gewählten Ort zu verbleiben, ist anhand objektiver Kriterien zu bestimmen (z.B. Aufenthalt der anderen Familienmitglieder, Größe und Standard der Wohnung).

 

Fällt also keine US-Erbschaftsteuer an, wenn der Erblasser weder US-Amerikaner war noch einen Wohnsitz in den USA hatte?

War der Erblasser weder US-Amerikaner noch hatte er einen Wohnsitz in den USA, unterliegt gleichwohl das "US-Vermögen" der US-Erbschaftsteuer, sog. beschränkte Steuerpflicht. Zum US-Vermögen gehören, z.B. Immobilien in den USA, Anteile an einer inländischen Kapitalgesellschaften („Stock in corporation“),  Forderungen gegen einen amerikanischen Schuldner oder Auszahlungen von Lebensversicherungen (“Proceeds of life insurance“).

 

Welche Kosten können abgezogen werden?

Nachlassverbindlichkeiten und Kosten der Nachlassregelung (z.B. Beerdigungskosten, Vergütung des Nachlassverwalters / Anwalts) können abgezogen werden. Bei beschränkter Steuerpflicht gibt es allerdings gewisse Einschränkungen. 

 

Wie hoch ist der Freibetrag?

Der Freibetrag wurde in den letzten Jahren immer wieder angepasst.  Für 2011 und 2012 beträgt er USD 5 Million. Nach aktuell geltendem Recht sinkt der Freibetrag ab 1.1.2013 auf USD 1 Million. Allerdings ist mit einer Anhebung zu rechnen.

 

Wie hoch ist der Freibetrag bei beschränkter Steuerpflicht?

Bei beschränkter Steuerpflicht beträgt der allgemeine Freibetrag nur 60.000,00 US-Dollar. Allerdings gewährt das Doppelbesteuerungsabkommen im Verhältnis zu Deutschland Vorteile.

 

Wie hoch ist der Steuersatz?

Für Nachlässe von Personen, die nach dem 31. Dezember 2009 bis 1.1.2013 verstorben sind, wird die Steuer im Grundsatz nach folgender Tabelle berechnet:

 

Für einen Steuerbaren Erwerb

die FEDERAL ESTATE TAX

von

bis

beträgt

Über dem Betrag von

$0

$10,000

18%

$0

10,001

20,000

1,800 + 20%

10,000

20,001

40,000

3,800 + 22%

20,000

40,001

60,000

8,200 + 24%

40,000

60,001

80,000

13,000 + 26%

60,000

80,001

100,000

18,200 + 28%

80,000

100,001

150,000

23,800 + 30%

100,000

150,001

250,000

38,800 + 32%

150,000

250,001

500,000

70,800 + 34%

250,000

500,001

Und mehr

155,800 + 35%

500,000

  

Wer ist für die Erklärung zuständig?

Zuständig für die Erklärung und Zahlung ist der Nachlassverwalter („personal representative“).

 

Für weiterführende Informationen beachten Sie bitte die Beiträge auf unserer Kanzlei-Seite zum Erbrecht der USA. 

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur der ersten Information und stellt keine Rechtsberatung dar, da diese nur unter Berücksichtigung aller Umstände des konkreten Einzelfalls möglich ist. Für Aktualität und Richtigkeit übernehmen wir keine Gewähr.

  

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2009 © Jan-Hendrik Frank (Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht)