Wann lohnt sich eine Ausschlagung der Erbschaft für den überlebenden Ehegatten?

Die Ausschlagung der Erbschaft kann für eine Witwe / Witwer vorteilhaft sein. Dies ist immer dann der Fall, wenn die Eheleute in Zugewinngemeinschaft gelebt haben und der auszugleichende Zugewinn zuzüglich dem verbleibenden „kleinen Pflichtteil" größer ist als der Erbteil.

 

Beispiel:

Die Witwe Klug erbt gemeinsam mit dem Sohn des verstorbenen Ehemanns aus erster Ehe 1 Mio. Euro. Weitere Vermögenswerte hat der Ehemann nicht hinterlassen. Die Witwe hat in der Zeit der Ehe kein Vermögen gebildet. Die Eheleute hatten keinen Ehevertrag geschlossen, so dass sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinnsgemeinschaft leben.

 

Nimmt die Witwe Klug das Erbe an, erhält Sie 500.000 Euro. Schlägt sie die Erbschaft aus, erhält sie 562.500 Euro, da ihr im Rahmen des Zugewinnausgleichs 500.000 Euro sowie ein „kleiner Pflichtteil" mit der Quote 1/8 aus der verbleibenden Summe zustehen.

 

Daneben kann eine Ausschlagung auch aus anderen Gründen (z.B. wegen Überschuldung des Nachlasses oder zur Einsparung von Erbschaftsteuer) sinnvoll sein.

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur der ersten Information und stellt keine Rechtsberatung dar, da diese nur unter Berücksichtigung aller Umstände des konkreten Einzelfalls möglich ist. Für Aktualität und Richtigkeit übernehmen wir keine Gewähr.

  

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2009 © Jan-Hendrik Frank (Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht)