Tod naher Angehöriger - was ist zu regeln?

Verstirbt ein Angehöriger sind eine Vielzahl von Fragen zu regeln. Der Beitrag gibt eine praktische Hilfe im Hinblick auf die ersten Schritte nach dem Trauerfall.

 

Festellung des Todes - Totenschein

Als erstes muss ein Arzt den Tod feststellen. Hierauf stellt er einen Totenschein (auch Totenschein, Todesbescheinigung oder Leichenschauschein genannt) aus.

 

Letztwillige Verfügungen (Testament) suchen

Da viele letztwillige Verfügungen (z.B. Testament, Erbvertrag) unmittelbar für die anstehende Beerdigung benötigt werden (z.B. Willenserklärung zur Feuerbestattung), sollten Sie als nächstes klären, ob der Verstorbene solche Verfügungen hinterlassen hat. Falls nicht klar ist, ob es ein Testament gibt oder wo dieses aufbewahrt wird, sollten die Angehörigen sorgfältig die Papiere des Erblassers nach einem Testament durchsuchen, wobei auch daran gedacht werden sollte, dass auch mehrere Testamente vorhanden sein können.

 

Was soll ich mit dem Testament machen?

Sofern sie ein Testament finden, sind Sie verpflichtet, es beim das Amtsgericht, in dessen Bezirk der letzte Wohnsitz des Erblassers liegt, abliefern. Diese Pflicht trifft jeden, der ein Testament in Besitz hat (z.B. auch einen Freund des Erblasser). Wer Testamente nicht abliefert, kann sich strafbar machen. Möglicherweise hat der Erblasser aber auch ein privatschriftliches Testament beim Amtsgericht, in dessen Bezirk der letzte Wohnsitz des Erblassers liegt, hinterlegt oder ein notarielles Testament errichtet. In diesen Fällen erfahren Sie vom Inhalt des Testaments durch die Opens internal link in current windowTestamentseröffnung .

 

Was ist im Hinblick auf die Beerdigung zu beachten?

Anschließend sollten Sie sich mit einem Beerdigungsinstitut in Verbindung setzen. Dieses wird mit Ihnen die Einzelheiten der Beerdigung besprechen.

 

Muss ich den Todesfall beim Standesamt anzeigen?

Spätestens bis zum zweiten Werktag nach dem Todestag ist der Todesfall dem Standesamt, in dessen Bezirk der Tod eingetreten ist, anzuzeigen. Hierfür sollten nach Möglichkeit folgende Unterlagen im Original (bei ausländischen Unterlagen beglaubigte Übersetzung erforderlich!) vorgelegt werden: 

 

Verstorbener war ledig:

 

Todesbescheinigung, Geburtsurkunde, Personalausweis/Pass

Verstorbener war verheiratet:

 

Todesbescheinigung, Heiratsurkunde/Abschrift aus dem Familienbuch, Personalausweis/Pass

Verstorbener war verwitwet:

 

Todesbescheinigung, Heiratsurkunde mit Auflösungsvermerk / Abschrift aus dem Familienbuch Sterbeurkunde bzw. Beschluss über Todeserklärung des Ehegatten, Personalausweis/Pass

Verstorbener war geschiedenen:

 

Todesbescheinigung, Heiratsurkunde mit Auflösungsvermerk / Abschrift aus dem Familienbuch, Personalausweis/Pass

 

 

Bei Todesfällen in Krankenhäusern erledigt die Verwaltung diese Anzeige. Ansonsten übernehmen dies auch Bestattungsunternehmen. Das Standesamt trägt den Sterbefall in das Sterbebuch ein und händigt dem Berechtigten im Anschluss die Sterbeurkunde aus. Mit dieser können die Hinterbliebenen nun laufende Rechtsbeziehungen des Verstorbenen abwickeln.

 

Was geschieht mit Pensionszahlungen?

Sofern der Verstorbene eine Rente oder Pension erhalten hat, sollten die zuständigen Stellen umgehend informiert werden, damit es nicht zu einer Überzahlung kommt.

 

Lebensversicherungen, Unfallversicherungen und freiwilligen Krankenversicherungen

Bei Lebensversicherungen, Unfallversicherungen und freiwilligen Krankenversicherungen endet die Pflicht zur Prämienzahlung mit dem Tod des Versicherten. Daher sollten Sie den Tod des Versicherten dem Versicherungsunternehmen anzeigen und eventuelle Daueraufträge oder Einzugsermächtigungen kündigen.

 

Was ist mit einer Mietwohnung?

Bei letzteren ist zu beachten, dass die Erben zunächst kraft Gesetz in das bestehende Mietverhältnis mit dem Vermieter eintreten. Es besteht jedoch sowohl für die Erben als auch für den Vermieter ein Kündigungsrecht, das unter Beachtung der gesetzlichen Fristen ausgeübt werden kann. Ehegatten und Lebenspartner des Erblassers haben grundsätzlich das Recht, das Mietverhältnis mit dem Vermieter zu ungeänderten Konditionen fortzuführen. Unter Umständen steht dieses Recht auch den Kindern des Erblassers, anderen Familienangehörigen oder sonstigen Personen zu, die mit dem Erblasser einen gemeinsamen Haushalt geführt haben. Wollen die vorgenannten Personen das Mietverhältnis nicht fortsetzen, so haben sie dies binnen einer Frist von einem Monat nach Kenntnis vom Tod des Erblassers und vormaligen Mieters dem Vermieter mitzuteilen.

 

Wie weise ich nach, dass ich Erbe bin?

Oftmals - aber nicht immer - benötigen Sie hierfür einen Opens internal link in current windowErbschein.

 

Hafte ich für die Schulden des Erblassers?

Auch wenn Sie nach dem Testament oder - mangels Testament - nach der gesetzlichen Erbfolge Erbe sind, können Sie die ersten 3 Monate können Sie die Zahlung verweigern (Opens internal link in current windowmehr Informationen). Innherhalb von 6 Wochen sollten Sie aber klären, ob Sie die Erbschaft annehmen. Schlagen Sie die Erbschaft nicht ausdrücklich aus, gilt die Erbschaft sonst als angenommen (Opens internal link in current windowmehr Informationen). 

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur der ersten Information und stellt keine Rechtsberatung dar, da diese nur unter Berücksichtigung aller Umstände des konkreten Einzelfalls möglich ist. Für Aktualität und Richtigkeit übernehmen wir keine Gewähr.

  

Kontakt: Sollten Sie eine verbindliche Rechtsauskunft wünschen, nehmen Sie bitte KONTAKT mit uns auf.

 

2009 © Jan-Hendrik Frank (Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht)