Erbschaftssteuer beim Tod des nichtehelichen Lebenspartners

Der Beitrag beschäftigt sich mit den Folgen des Ablebens eines Partners einer „nichtehelichen Lebensgemeinschaft“ (dauerhafte Partnerschaft ohne Trauschein) und zeigt Lösungsansätze auf.

 

Ohne Testament kein Erbrecht des überlebenden Partners

Anders als Verheiratete oder Partner einer homosexuellen "Lebenspartnerschaft" im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes haben Nichverheiratet Partner kein gesetzliches Erbrecht, d.h. ohne Testament erbt der überlebende Partner nichts.

 

Tipp: Jeder Partner sollte ein Testament zu Gunsten des anderen Partners errichten (Opens internal link in current windowmehr Informationen).

 

Steuerliche Benachteiligung der Nichtverheirateten

Viele Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft wollen, dass ihr gesamtes Vermögen nach ihrem Tod an den überlebenden Partner fallen soll. Da diese Vererbung - anders als die von Ehegatten - nicht steuerlich privilegiert, kann dies für den überlebenden Partner sehr teuer werden.

 

Niedrige Freibeträge

So beträgt der allgemeine Freibetrag des überlebenden Ehegatten stolze EUR 307.000,00, während dem überlebenden nichtehelichen Lebenspartner nur EUR 5.200,00 zustehen (Opens internal link in current windowmehr Informationen). Hinzu kommt noch, dass der überlebende Ehegatte unter Umständen einen Vorsorgefreibetrag nutzen kann. Außerdem muss er seinen Zugewinn nicht versteuern.

 

Steuerklasse

Von großer Bedeutung ist auch, dass der überlebende Ehegatte in die Steuerklasse I fällt, während der überlebende nichteheliche Lebenspartner nach Steuerklasse III versteuert wird  (Opens internal link in current windowmehr Informationen).

 

Was ändert die Reform der Erbschaftsteuer?

Die Opens internal link in current windowReform der Erbschaftsteuer führt zu einer deutlichen Erhöhung der Besteuerung, da Bewertungsvorteile wegfallen, welche auch nichtehelichen Partnern zu Gute kamen. Außerdem wird der Steuersatz für nichteheliche Partner deutlich erhöht.

 

Was kann ich tun?

Wer nicht verheiratet ist und dies auch so lassen will, sollte den Erbfall sorgfältig planen.

 

Tipp: Die Planung sollte schon beim gemeinsamen Vermögensaufbau beginnen! So sollten z.B. immer beide Partner im Grundbuch stehen – dies empfiehlt sich ohnehin zur Absicherung des Partners!

 

In jedem Fall sollte aber ein Testament gemacht werden (Opens internal link in current windowTipps). Durch geschickte Gestaltung des Testaments kann unter Umständen aber auch die Erbschaftsteuer verringert werden.

 

Beispiel:

Gibt es gemeinsame Kinder könnte z.B. in den Testamenten bestimmt werden, dass der überlebende Partner nur ein Nießbrauchsrecht am Nachlass erhält oder Teile des Nachlasses unmittelbar auf die Kinder übergeht. In diesem Fall muss der überlebende Partner nur das Nießbrauchsrecht versteuern. Die Kinder kommen in den Genuss der hohen Freibeträge und der günstigen Steuerklasse, so dass sie regelmäßig keine Steuern zahlen müssen.

 

Eine andere Möglichkeit ist die Investition in steuerbegünstigte Anlageformen, z.B. Renten- oder Lebensversicherungen. Sehr interessant kann trotz oder gerade wegen der anstehenden Reform der Erbschaftsteuer auch die Investition in geschlossene Fonds, z.B. Schiffsfonds, sein. Hierdurch lässt sich unter Umständen 100 % der Erbschaftsteuer sparen.

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur der ersten Information und stellt keine Rechtsberatung dar, da diese nur unter Berücksichtigung aller Umstände des konkreten Einzelfalls möglich ist. Für Aktualität und Richtigkeit übernehmen wir keine Gewähr.

  

Kontakt: Sollten Sie eine verbindliche Rechtsauskunft wünschen, nehmen Sie bitte KONTAKT mit uns auf.

 

2009 © Jan-Hendrik Frank (Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht)