Der Nachlasspfleger

Der Artikel gibt eine Einführung in die Aufgaben und Pflichten eines Nachlasspflegers.

 

Was ist ein Nachlasspfleger?

Ein Nachlasspfleger ist ein gerichtlich bestellter Vertreter unbekannter oder nicht auffindbarer Erben.

 

Wann bestellt das Gericht einen Nachlasspfleger?

Das Nachlassgericht bestellt einen Nachlasspfleger wenn ein Sicherungsbedürfnis vorliegt und die Erben über den Nachlass nicht selbst verwalten können, weil

  1. sie die Erbschaft noch nicht angenommen haben oder
  2. unklar ist, ob die Erben die Erbschaft angenommen haben (vgl. zur Opens internal link in current windowAnnahme).
  3. Die Erben unbekannt sind.

Ein Sicherungsbedürfnis besteht, wenn ohne Eingreifen des Nachlassgerichts der Bestand des Nachlasses gefährdet wäre.

 

Welches Gericht ist für die Bestellung eines Nachlasspflegers zuständig?

Zuständig ist das Nachlassgericht am letzten Wohnsitz des Erblassers, vgl. § 73 Abs. 1 FGG.  Hatte der Erblasser mehrere Wohnsitze, so ist das Gericht zuständig, das zuerst mit der Sache befasst wurde, vgl. § 4 FGG. Nach § 74 FGG ist außerdem jedes Amtsgericht zuständig, in dessen Bezirk Sicherungsmaßnahmen zu treffen sind.

 

Was sind die Aufgaben des Nachlasspflegers?

Der Nachlasspfleger soll den Nachlass sichern und verwalten. Außerdem ermittelt er den / die vertretenen Erben. Dabei bedient er sich aber oft eines Erbenermittlers.

 

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient nur der ersten Information und stellt keine Rechtsberatung dar, da diese nur unter Berücksichtigung aller Umstände des konkreten Einzelfalls möglich ist. Für Aktualität und Richtigkeit übernehmen wir keine Gewähr.

  

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2009 © Jan-Hendrik Frank (Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht)